Unfallskizze richtig zeichnen
Eine Skizze zeigt, was auf keinem Foto zu sehen ist: die Bewegung. Zeichnen Sie die Fahrbahn mit Spuren und Markierungen, beide Fahrzeuge in der Endstellung, jeweils einen Pfeil für die Fahrtrichtung, das Kreuz für die Anstoßstelle und die Beschilderung. Dazu Straße, Datum, Uhrzeit und die Himmelsrichtung. Was Sie nicht sicher wissen, lassen Sie weg.
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Wozu eine Skizze überhaupt gut ist
Ein Foto zeigt einen Zustand. Eine Skizze zeigt eine Bewegung. Bei fast jedem strittigen Unfall geht es nicht darum, wie die Fahrzeuge danach standen, sondern woher sie kamen, wer Vorfahrt hatte und wer wohin wollte. Genau das lässt sich zeichnen und nicht fotografieren.
Am wichtigsten wird sie in zwei Fällen: wenn die Fahrzeuge geräumt werden mussten, bevor Übersichtsaufnahmen möglich waren, und wenn beide Beteiligten den Hergang unterschiedlich schildern.
Was hineingehört
| Element | Warum |
|---|---|
| Fahrbahnverlauf mit Spuren | Zeigt, wie viele Spuren es gab und wo die Mitte lag |
| Markierungen | Haltelinie, Sperrfläche, Abbiegepfeile, durchgezogene Linie |
| Beide Fahrzeuge in der Endstellung | Als Rechteck, mit Kennzeichen oder A und B beschriftet |
| Ein Pfeil je Fahrzeug | Die Fahrtrichtung vor dem Zusammenstoß |
| Kreuz an der Anstoßstelle | Wo sich die Fahrzeuge berührt haben |
| Beschilderung und Ampel | Vorfahrt, Tempolimit, Ampelstellung |
| Spuren auf der Fahrbahn | Bremsspuren, Splitter, Flüssigkeiten |
| Straße, Datum, Uhrzeit | Ordnet die Skizze dem Vorgang zu |
| Nordpfeil oder Ortsangabe | Macht die Ausrichtung nachvollziehbar |
In sechs Strichen zur brauchbaren Skizze
-
Die Fahrbahn
Zwei Linien für die Straße, bei einer Kreuzung vier. Spurmarkierungen gestrichelt, durchgezogene Linien durchgezogen.
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Die Fahrzeuge
Zwei Rechtecke in der Endstellung. Beschriften Sie sie mit dem Kennzeichen oder einfach mit A für Ihr Fahrzeug und B für das andere.
-
Die Richtungen
Je ein Pfeil, der zeigt, woher das Fahrzeug kam. Bei Abbiegevorgängen einen gebogenen Pfeil.
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Die Anstoßstelle
Ein Kreuz genau an der Stelle, an der sich die Fahrzeuge berührt haben, nicht dort, wo sie hinterher standen.
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Das Umfeld
Schilder, Ampel, Fußgängerüberweg, parkende Fahrzeuge, Sichthindernisse wie Hecken oder Container.
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Die Kopfzeile
Straße, Hausnummer oder Kilometerangabe, Datum, Uhrzeit, Wetter, und der Hinweis, dass es Ihre Darstellung ist.
Abstände und Geschwindigkeiten gehören nicht in eine Skizze, außer Sie können sie belegen. Was Sie eintragen, wird Ihnen später vorgehalten. Positionen und Richtungen hingegen sind Beobachtungen und deshalb unproblematisch.
Was die Skizze wertlos macht
- Nur die Fahrzeuge, keine Straße. Ohne Fahrbahn und Markierung ist nicht erkennbar, wer wo fahren durfte.
- Keine Richtungspfeile. Dann zeigt die Skizze dasselbe wie ein Foto, nur schlechter.
- Geschätzte Werte als Tatsache. "Er kam mit 80" ist eine Behauptung, kein Beweis, und sie schwächt den Rest.
- Nachträglich verändert. Wer eine Skizze später ergänzt, macht die ganze Darstellung angreifbar. Lieber eine zweite anfertigen und beide behalten.
- Ohne Ort und Zeit. Dann lässt sie sich dem Vorgang nicht zuordnen.
Auf Papier oder am Bildschirm
Papier funktioniert immer und braucht keinen Akku. Der Nachteil ist bekannt: Ein Blatt aus dem Handschuhfach liegt zwei Wochen später irgendwo, und niemand weiß mehr, zu welchem Vorgang es gehört.
Am Bildschirm gezeichnet, landet die Skizze direkt beim Rest: bei den Fotos, den Daten des Gegners und dem Hergang. Wer beides hat, fotografiert die Papierskizze und legt sie mit dazu.
Fahrbahn, Fahrzeuge und Pfeile mit dem Finger auf dem Handy, danach liegt die Skizze bei den Fotos und den Daten des Gegners. Kein loses Blatt, das später niemand findet.
Skizze anlegenHäufige Fragen
Muss ich eine Unfallskizze anfertigen?
Eine Pflicht gibt es nicht. Sie ist ein Beweismittel unter mehreren, und sie ist besonders dann wertvoll, wenn die Fahrzeuge geräumt werden mussten oder die Schuldfrage strittig ist.
Muss der Unfallgegner die Skizze unterschreiben?
Nein, und die meisten tun es nicht. Eine unterschriebene Skizze wiegt schwerer, eine eigene ist aber besser als keine. Halten Sie fest, dass es Ihre Darstellung ist, dann kann Ihnen niemand vorwerfen, mehr behauptet zu haben.
Kann ich mich damit selbst belasten?
Sie sollten nur zeichnen, was Sie sicher wissen. Vermutungen über Geschwindigkeiten oder Abstände gehören nicht hinein. Eine Skizze zeigt Positionen und Richtungen, keine Schuldzuweisung.
Was, wenn ich nicht zeichnen kann?
Das spielt keine Rolle. Zwei Rechtecke, zwei Pfeile und eine Linie für die Fahrbahn genügen. Es geht um die räumliche Anordnung, nicht um das Bild.
Ersetzt die Skizze die Fotos?
Nein, sie ergänzt sie. Fotos zeigen den Zustand, die Skizze zeigt den Ablauf. Erst zusammen ergeben sie ein Bild davon, wie es dazu kam.
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