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Unfallskizze richtig zeichnen

Stand 07.09.2026

Eine Skizze zeigt, was auf keinem Foto zu sehen ist: die Bewegung. Zeichnen Sie die Fahrbahn mit Spuren und Markierungen, beide Fahrzeuge in der Endstellung, jeweils einen Pfeil für die Fahrtrichtung, das Kreuz für die Anstoßstelle und die Beschilderung. Dazu Straße, Datum, Uhrzeit und die Himmelsrichtung. Was Sie nicht sicher wissen, lassen Sie weg.

Inhalt dieser Seite
  1. Wozu eine Skizze überhaupt gut ist
  2. Was hineingehört
  3. In sechs Strichen zur brauchbaren Skizze
  4. Was die Skizze wertlos macht
  5. Auf Papier oder am Bildschirm

Wozu eine Skizze überhaupt gut ist

Ein Foto zeigt einen Zustand. Eine Skizze zeigt eine Bewegung. Bei fast jedem strittigen Unfall geht es nicht darum, wie die Fahrzeuge danach standen, sondern woher sie kamen, wer Vorfahrt hatte und wer wohin wollte. Genau das lässt sich zeichnen und nicht fotografieren.

Am wichtigsten wird sie in zwei Fällen: wenn die Fahrzeuge geräumt werden mussten, bevor Übersichtsaufnahmen möglich waren, und wenn beide Beteiligten den Hergang unterschiedlich schildern.

Was hineingehört

ElementWarum
Fahrbahnverlauf mit SpurenZeigt, wie viele Spuren es gab und wo die Mitte lag
MarkierungenHaltelinie, Sperrfläche, Abbiegepfeile, durchgezogene Linie
Beide Fahrzeuge in der EndstellungAls Rechteck, mit Kennzeichen oder A und B beschriftet
Ein Pfeil je FahrzeugDie Fahrtrichtung vor dem Zusammenstoß
Kreuz an der AnstoßstelleWo sich die Fahrzeuge berührt haben
Beschilderung und AmpelVorfahrt, Tempolimit, Ampelstellung
Spuren auf der FahrbahnBremsspuren, Splitter, Flüssigkeiten
Straße, Datum, UhrzeitOrdnet die Skizze dem Vorgang zu
Nordpfeil oder OrtsangabeMacht die Ausrichtung nachvollziehbar

In sechs Strichen zur brauchbaren Skizze

  1. Die Fahrbahn

    Zwei Linien für die Straße, bei einer Kreuzung vier. Spurmarkierungen gestrichelt, durchgezogene Linien durchgezogen.

  2. Die Fahrzeuge

    Zwei Rechtecke in der Endstellung. Beschriften Sie sie mit dem Kennzeichen oder einfach mit A für Ihr Fahrzeug und B für das andere.

  3. Die Richtungen

    Je ein Pfeil, der zeigt, woher das Fahrzeug kam. Bei Abbiegevorgängen einen gebogenen Pfeil.

  4. Die Anstoßstelle

    Ein Kreuz genau an der Stelle, an der sich die Fahrzeuge berührt haben, nicht dort, wo sie hinterher standen.

  5. Das Umfeld

    Schilder, Ampel, Fußgängerüberweg, parkende Fahrzeuge, Sichthindernisse wie Hecken oder Container.

  6. Die Kopfzeile

    Straße, Hausnummer oder Kilometerangabe, Datum, Uhrzeit, Wetter, und der Hinweis, dass es Ihre Darstellung ist.

Nur zeichnen, was Sie wissen

Abstände und Geschwindigkeiten gehören nicht in eine Skizze, außer Sie können sie belegen. Was Sie eintragen, wird Ihnen später vorgehalten. Positionen und Richtungen hingegen sind Beobachtungen und deshalb unproblematisch.

Was die Skizze wertlos macht

Auf Papier oder am Bildschirm

Papier funktioniert immer und braucht keinen Akku. Der Nachteil ist bekannt: Ein Blatt aus dem Handschuhfach liegt zwei Wochen später irgendwo, und niemand weiß mehr, zu welchem Vorgang es gehört.

Am Bildschirm gezeichnet, landet die Skizze direkt beim Rest: bei den Fotos, den Daten des Gegners und dem Hergang. Wer beides hat, fotografiert die Papierskizze und legt sie mit dazu.

Skizze direkt in der Unfallakte

Fahrbahn, Fahrzeuge und Pfeile mit dem Finger auf dem Handy, danach liegt die Skizze bei den Fotos und den Daten des Gegners. Kein loses Blatt, das später niemand findet.

Skizze anlegen

Häufige Fragen

Muss ich eine Unfallskizze anfertigen?

Eine Pflicht gibt es nicht. Sie ist ein Beweismittel unter mehreren, und sie ist besonders dann wertvoll, wenn die Fahrzeuge geräumt werden mussten oder die Schuldfrage strittig ist.

Muss der Unfallgegner die Skizze unterschreiben?

Nein, und die meisten tun es nicht. Eine unterschriebene Skizze wiegt schwerer, eine eigene ist aber besser als keine. Halten Sie fest, dass es Ihre Darstellung ist, dann kann Ihnen niemand vorwerfen, mehr behauptet zu haben.

Kann ich mich damit selbst belasten?

Sie sollten nur zeichnen, was Sie sicher wissen. Vermutungen über Geschwindigkeiten oder Abstände gehören nicht hinein. Eine Skizze zeigt Positionen und Richtungen, keine Schuldzuweisung.

Was, wenn ich nicht zeichnen kann?

Das spielt keine Rolle. Zwei Rechtecke, zwei Pfeile und eine Linie für die Fahrbahn genügen. Es geht um die räumliche Anordnung, nicht um das Bild.

Ersetzt die Skizze die Fotos?

Nein, sie ergänzt sie. Fotos zeigen den Zustand, die Skizze zeigt den Ablauf. Erst zusammen ergeben sie ein Bild davon, wie es dazu kam.

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Dieser Ratgeber gibt den Stand zum genannten Datum wieder und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.